Ein Blick zurück auf 2018: Was waren die Hype-Themen und welche Themen haben wir möglicherweise unterschätzt

Cindy Provin Mehr zu diesem Autor >

Inzwischen sind es nur noch wenige Wochen bis zum Jahresende und wir freuen uns auf den Neuanfang im Jahr 2019. Davor wollen wir uns aber die Zeit für einen kurzen Rückblick auf 2018 nehmen. Genauer gesagt auf die Technologieinnovationen und Vorhersagen, die tatsächlich eingetroffen sind, ebenso wie auf die, die nicht halten konnten, was sie versprochen haben und schließlich solche, die komplett unerwartet kamen.

Laut Gartner’s Top Predictions for 2018 und darüber hinaus sind es insbesondere das IoT und Kryptowährungen, die ganz oben auf der Liste stehen.

IoT in Allem und für Alles. Bis 2020 sollen IoT-Technologien in etwa 95% aller Elektronikbausteine für neue Produktentwürfe Eingang gefunden haben. Was das IoT anbelangt beobachten wir eine kontinuierliche Technologieevolution. Damit ist es problemlos möglich geworden IoT-Funktionen in praktisch jedes Produkt zu integrieren und das zu ausgesprochen geringen Kosten. Viele dieser smarten Geräte bieten in unserem täglichen Leben einen immensen Mehrwert (denken wir an intelligente Sicherheitssysteme für unsere Häuser, Thermostate und vieles mehr). Und dann gibt es natürlich noch die Kategorie von Produkten, die ausschließlich unserem Komfort dienen. Ob intelligente Regeneratoren, Toaster oder Wasserflaschen, die uns daran erinnern ausreichend zu trinken. Aber mit diesem Mehr an technologischem Fortschritt ist fast zwangsläufig auch ein Mehr an Sicherheitsrisiken und potenziellen Schwachstellen verbunden. Mehr intelligente Dinge machen uns anfällig für mehr Sicherheitsschwachstellen. Sollten wir also versuchen, diese Entwicklung zu verlangsamen? Wenn man die Problematik aus dem Blickwinkel eines Cybersicherheitsexperten betrachtet, wäre die Antwort tendenziell eher „Ja“. Eines ist sicher: wir stehen was eine vernetzte Welt und eine vernetzte Gesellschaft anbelangt noch ganz am Anfang. Am Anfang einer Entwicklung, die unsere Welt und die Art wie wir leben grundlegend verändern wird.

IoT-Sicherheitsschwachstellen – eine Vermutung. Bis 2022 wird die Hälfte aller IoT-bezogenen Sicherheitsbudgets in Fehlerbeseitigung, Rückrufaktionen und das Beheben von sicherheitsrelevanten Beeinträchtigungen fließen und nicht in Schutzmaßnahmen. Es ging und geht Anbietern vor allem darum, smarte Geräte schnell auf den Markt zu bringen und möglichst viele Bereiche in kurzer Zeit zu erschließen. Dabei haben die Hersteller es vielfach versäumt bei der Entwicklung einen Schritt zurückzutreten und die inhärenten Sicherheitsrisiken einer mit dem Internet vernetzten Welt zu adressieren. Mit der riesigen Zahl untereinander verbundener Dinge wird es ausgesprochen schwierig Sicherheitsrisiken und Angriffsflächen, die durch das IoT erst entstanden sind, richtig einzuschätzen. Ich bin ziemlich sicher, dass man kaum hätte voraussagen können, dass ein Herzschrittmacher zu einem der bevorzugten Ziele für Hacker werden könnte.

Kryptowährungen legitimiert. Bis zum Jahr 2020 wird die Bankenindustrie mehr als 1 Milliarde Unternehmenswerte über Blockchain-basierte Kryptowährungen erzielt haben. Zwar hat eine jüngst veröffentlichte Umfrage festgestellt, dass 18% der in den USA Befragten bereits Bitcoins oder eine andere Kryptowährung nutzen. Aber selbst der CEO von Coinbase geht davon aus, dass es noch eine ganze Weile dauern wird bis wir bei Starbucks mit Coins bezahlen. Das liegt zum einen an den vielen verschiedenen Kryptowährungen, die parallel existieren, und zum anderen daran, dass der rechtliche Rahmen noch weithin ungeklärt ist. Und bis auf weiteres werden wir wohl alle unsere Kreditkarten benutzen. Auf meiner Sicht besteht allerdings wenig Zweifel, dass Kryptowährungen sich bis 2020 weiterhin durchsetzen und die kritische Masse erreichen.

A look back on 2018: What was hype and what was, perhaps, underrated

Aber noch Mal zurück in unser aktuelles Jahr 2018. Gab es etwas, dass niemand so hat kommen sehen? Cambridge Analytica und die Folgen. Das war nicht per se eine der Datenschutzverletzungen in großem Stil. Hier ging es um einen weitreichenden Missbrauch von Zugriffsrechten durch eine dritte Partei. Am Ende ist es Facebook nicht gelungen eines der fundamentalsten Datenschutzprinzipien durchzusetzen und mehr noch. Facebook war seinen Nutzern gegenüber nicht ehrlich, was das größte soziale Netzwerk mit den Daten seiner Benutzer tatsächlich anstellt.

Wir haben allerdings auch deutliche Fortschritte gesehen, wenn es um den Schutz vertraulicher Daten geht, nicht zuletzt durch die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO/GDPR). Die DSGVO als solche war 2018 bei weitem keine Überraschung mehr. Schließlich kam der Stichtag mit einer Vorlaufzeit von zwei Jahren. So lange hatten Firmen Zeit, die Compliance-Anforderungen umzusetzen. Weitere Gesetze in diese Richtung werden folgen, weltweit. Kalifornien ist mit dem „Consumer Privacy Act“ als erstes Land auf den fahrenden Zug aufgesprungen. Es werden vermutlich im Zuge der DSGVO noch weitere Gesetze verabschiedet werden. Vielleicht sogar ein nationaler Standard in den USA.

Trotz aller Prognosen, das Unvorhersehbare wird es immer geben. Selbst während wir unsere eigenen Vorhersagen und Prognosen verfassen, kann sich das Tempo von Innovationen und Umwälzungen aus den verschiedensten Gründen wieder verlangsamen. Das einzige dessen man sich 100%-ig sicher sein kann ist die Tatsache, dass die Zukunft anders aussehen wird als die Gegenwart.

Ich freue mich auf Ihre Kommentare unter @CindyProvin